Ein deutlicher Anstieg bedeutet keinen „Modetrend“ (Julia Monro vom 27.04.2019)

Jens Lehmann von den Grünen hat eine kleine Anfrage im BT gestellt und heute am 26.04.2019 die Antwort dazu erhalten. Hier gibt es die Pressemitteilung dazu.

Darin heißt es:

(114 Personen von „männlich“ zu „weiblich“ und 106 Personen von „weiblich“ zu „männlich“ plus die Fälle aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, über die keine Angaben gemacht werden)

Ich rechne mal hoch. 220 in 3 Monaten. Das ergäbe 880 im ganzen Jahr. Parallel dazu gibt es noch TSG Verfahren die derzeit zahlenmäßig bei jährlich etwa 1800 liegen. Diese Zahl wird sinken. Die Gesamtzahl beider Verfahren zusammengerechnet wird jedoch ansteigen. Dann heißt es wieder… Trans ist eine Modeerscheinung. Dass der rapide Anstieg jedoch mit dem Abbau von Diskriminierungen zu tun hat oder einem Anstieg gesellschaftlicher Akzeptanz hat später niemand auf dem Schirm. Ich erinnere an 2011 als der OP Zwang abgeschafft wurde. (Siehe Grafik) Auch da gab es einen plötzlichen Anstieg.

juristische Verfahren nach TSG © Julia Monro

Vermutlich wird es nun wieder Menschen geben, die wieder von einem „Modetrend“ o.ä. sprechen, da es ja gar nicht sein kann, dass plötzlich so viele ihr „Geschlecht wechseln“ wollen. Das Transsexuellengesetz bedeutet für viele eine Demütigung, der sie sich nicht unterwerfen wollen. Obwohl ihre Transition jahrelang als abgeschlossen gilt haben sie das Gesetz bewusst nicht in Anspruch genommen. Aus Protest, aus finanziellen Gründen oder weil die körperliche Transition Vorrang hatte und die Vornamens- und Personenstandsänderung von sekundärer Bedeutung war. Es ist nur logisch wenn diese Menschen nun auf die neue Möglichkeit zurückgreifen und es dadurch zu einem Anstieg der Gesamtverfahren kommt. Von einem „Modetrend“ kann da keine Rede sein. Niemand geht diesen langen und beschwerlichen Weg freiwillig, weil es gerade „cool“ ist…

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